Bava Batra 268

Kapitel 268

א ליורשו פשיטא לפטור את אשתו מן היבום אצטריכא ליה
1 Hinsichtlich der Beerbung ist dies ja selbstverständlich!? – Nötig ist dies wegen der Befreiung seiner Frau von der Schwagerehe. –
ב הא נמי תנינא מי שאמר בשעת מיתתו יש לי בנים נאמן יש לי אחים אינו נאמן
2 Aber auch dies haben wir ja gelernt: Wer beim Sterben gesagt hat, er habe Söhne, ist glaubhaft, er habe Brüder, ist nicht glaubhaft!? –
ג התם דלא מוחזק לן באח הכא אף על גב דמוחזק ליה באח
3 Da [wird von dem Falle gesprochen], wenn es nicht bekannt ist, daß er einen Bruder hat, hier aber, auch wenn es bekannt ist, daß er einen Bruder hat.
ד אמר רב יוסף אמר רב יהודה אמר שמואל מפני מה אמרו זה בני נאמן הואיל ובעל שאמר גרשתי את אשתי נאמן
4 R. Joseph sagte im Namen des R. Jehuda im Namen Šemuéls: Weshalb sagten sie, wenn jemand sagt, dieser sei sein Sohn, sei er glaubhaft? Weil der Ehemann auch glaubhaft ist, wenn er sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen.
ה א"ר יוסף מריה דאברהם תלי תניא בדלא תניא
5 R. Joseph sprach: Herr Abrahams, er stützt das, was gelehrt wurde, auf das, was nicht gelehrt wurde!
ו אלא אי אתמר הכי איתמר א"ר יהודה אמר שמואל מפני מה אמרו זה בני נאמן הואיל ובידו לגרשה
6 Vielmehr, ist dies gelehrt worden, so wird es wie folgt lauten: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Weshalb sagten sie, wenn jemand sagt, dieser sei sein Sohn, sei er glaubhaft? Weil es in seiner Hand liegt, sich von ihr scheiden zu lassen.
ז אמר רב יוסף השתא דאמרת אמרינן הואיל בעל שאמר גרשתי את אשתי נאמן הואיל ובידו לגרשה
7 Hierzu sagte R. Joseph: Da du nun ausgeführt hast, daß wir ‘weil’ sagen, so ist ein Ehemann glaubhaft, wenn er sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen, weil es in seiner Hand liegt, sich von ihr scheiden zu lassen.
ח כי אתא רב יצחק בר יוסף אמר רבי יוחנן בעל שאמר גרשתי את אשתי אינו נאמן מנפח רב ששת בידיה אזל ליה הואיל דרב יוסף
8 Als R. Jiçḥaq b. Joseph kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Wenn ein Ehemann sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen, so ist er nicht glaubhaft. Da wehrte R. Šešeth mit der Hand ab [und sprach:] Das ‘weil’ des R. Joseph ist nun fort! –
ט איני והא א"ר חייא בר אבין אמר רבי יוחנן בעל שאמר גרשתי את אשתי נאמן
9 Dem ist ja aber nicht so, R. Ḥija b. Abin sagte ja im Namen R. Joḥanans, wenn ein Ehemann sagt, er habe sich von seiner Frau scheiden lassen, sei er glaubhaft!? –
י לא קשיא כאן למפרע
10 Das ist kein Einwand; eines rückwirkend
יא כאן להבא
11 und eines für die Zukunft.
יב איבעיא להו אמר למפרע מהו להימוניה להבא
12 Sie fragten: Ist er, wenn er es in rückwirkender Absicht gesagt hat, für die Zukunft glaubhaft:
יג מי פלגינן דבורא או לא פלגינן דבורא רב מארי ורב זביד חד אמר פלגינן וחד אמר לא פלגינן
13 teilen wir die Aussage oder teilen wir die Aussage nicht? – R. Mari und R. Zebid [streiten hierüber]; einer sagt, wir teilen sie, und einer sagt, wir teilen sie nicht. –
יד מאי שנא מדרבא דאמר רבא איש פלוני בא על אשתי הוא ואחר מצטרפין להורגו להורגו ולא להורגה
14 Womit ist es hierbei anders als bei der Lehre Rabas? Raba sagte nämlich: [Bekundet jemand], jener Mann habe seine Frau beschlafen, so wird er mit noch einem Zeugen vereinigt, jenen hinzurichten; jenen hinzurichten, nicht aber sie hinzurichten. –
טו בתרי גופי פלגינן בחד גופא לא פלגינן
15 Bei zwei Personen teile man sie, bei einer Person teile man sie nicht.